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Bahn fahren

Oh je...... auch das noch.
 Ich bin stolzer Eigentümer einer Bahncard 25. ich fahre gerne Eisenbahn! Ich lasse nach wie vor das Auto stehen, wenn die Bahn eine Alternative ist. Im ländlichen Bereich ist sie das nicht immer. Teilweise sind die Anbindungen beim Umsteigen schlecht, teilweise fährt abends kein Zug mehr.
Inzwischen öffnet sich die Schere bei den Fahrtkosten im Vergleich zu E-Autos.
Nun ja, das ist wohl so.
Trotzdem bin ich sehr froh, dass es die Bahn und Busse gibt.
Deshalb habe ich diese Unterseite jedoch nicht angelegt. Leider tun sich beim Benutzen der Eisenbahn ungeahnte Schwierigkeiten auf. Davon will ich hier berichten:

Wenn man eine Fahrkarte kauft, mit bestem Wissen und Gewissen und muss dann in einer Kontrolle im Zug zur Kenntnis nehmen, dass man ohne gültigen Fahrausweis unterwegs ist und deshalb mit 60 € zusätzlich zur Kasse gebeten wird, dann ist mir das einfach zu viel.

1. Fall: Im Jahr 2004:
    Fahrt von Gengenbach nach Zell a.H.  
Ich fahre mit meinem damals 8 jährigen Sohn und benutze für die Fahrt eine Punktekarte: Im Aushang steht Gengenbach - Zell a.H. 2 Punkte Erwachsener. Für die normale Fahrkarte steht: Kinder bezahlen die Hälfte. Die Punktekarte wird für "besonders preisbewusste" empfohlen. Somit beziehe ich  den Hinweis "Kinder zahlen die Hälfte" auch auf die Punktekarte. Es kam zu einer Kontrolle, der Kontrolleur bezichtigt mich des schwarzfahrens für meinen Sohn. Der Kontrolleur behauptet, die Preisermäßigung gilt bei der Punktekarte nicht für Kinder. Es kommt zu Meinungsverschiedenheiten im vollbesetzen Zug. Ich werde des Schwarzfahrens bezichtigt, mein Sohn heult, der ganze Triebwagen bekommt mit, ich, auch noch als Lehrer, fahre schwarz. Mehrere Mitreisende kennen mich, darunter viele Schüler von mir. Der Imageschaden ist immens. Nach langem hin- und her und nachschauen auf dem Aushang beim Fahrkartenautomat während einem Halt an einem Bahnhof, stellt sich folgendes heraus: Es ist richtig, der Hinweis "Kinder zahlen die Hälfte" ist dick gedruckt bei Einzelfahrkarte. Im  umfangreichen Text des Kleingedruckten ist dann zu entdecken , dass das nicht bei Punktekarten gilt, sonst wären die Fahrten mit der Punktekarte billiger als mit der Schülerfahrkarte....... so erklärt es mir der Schaffner.  Der Kontrolleur wollte nun "ein Auge zudrücken", der geschilderte Affenzirkus im Zug ging jedoch vorraus. Ich wollte nun die 40 € zahlen um dann Widerspruch einzulegen, der Kontrolleur war dazu aber nicht mehr zu bewegen....

Ja um himmels Willen, muss denn der Kunde für den Wirrwarr im Tarifdschungel gerade stehen?  Die SWEG ist wohl nach wie vor der Meinung. Diese Regelung gilt auch noch 13 Jahre später. **
Auf das Anschreiben von damals auf diesen Vorgang wurde bis heute nicht reagiert.
** Dez 2017: Ich habe mir den Tarifdschungel der TGO (Tarif-Verbund-Ortenau) informiert. Es wurden vielfältige Änderungen vorgenommen, auch diese:

Quelle: http://www.ortenaulinie.de/,Lde/Startseite/Fahrkarten/Einzelfahrkarte.html

Das ist nun verständlicher, aber die Kinder fahren nicht mehr zur Hälfte.
Noch eine Bemerkung: Zum Start der TGO,
ca. im Jahr 2000 kostet die 20er Punktekarte 12 DM. Im Vergleich der Dieselpreis im Jahr 2000: 1Liter 1,60 DM
aktuell im Jahr 2018 kostet die 20er Punktekarte19 € das entspricht 37 DM. Im Vergleich der Dieselpreis im Jahr 201: 1Liter 1,20 € = 2,30 DM
Diese Preispolitik bringt kaum einen Pendler in Bus und Bahn.
Bei zunehmender Elektromobilität: Momentan fahre ich mit dem Elektroauto für 19 € etwa 900 km an Sprit-(Strom)kosten.

 

2. Fall: Im Jahr 2017
    Fahrt von Zell a.H. nach Aalen und zurück

Näheres folgt hier noch genauer
 Kurz:
 Ich fahre mit einer Sparpreis-Fahrkarte: S-Bahn/Regionalbahn Zell a.H. nach Offenburg, ICE nach Karlsruhe, IC nach Aalen. Zurück IC Aalen nach Karlsruhe, ICE nach Offenburg Regionalbahn/S-Bahn nach Zell a.H.  Leider habe ich an folgendem Text (Schriftgröße ca.5 bis 6) auf der Fahrkarte: KA-Hbf*NV VIA:Biberach(Baden)   hier Schriftgröße 8. Dieser Hinweis sollte mir reichen zu erkennen, dass ich nicht von Karlruhe wie bei der Hinfahrt den ICE nehmen darf, sondern ab Karlsruhe den Nahverkehrzug nehmen muss.
Der Schaffner im ICE KA -OG verpasste mir eine "Fahrpreisnacherhebung -Produkt: ohne Fahrkarte für Fahrgast" über 60€
 Hätte ich das Kleingedruckte auf der Fahrkarte entziffern können, dann wäre ich auch gerne mit dem Nahverkehrzug gefahren, denn genau in den Zug musste ich in Offenburg eh wechseln nach einem 20 min-Aufenthalt. Ich habe keinen Zeitgewinn erreicht, auch die Kosten wurden mir vom Arbeitgeber erstattet,  es gab keine Vorteile für mich. Weil ich den kleingedruckten, in Abkürzungen verfassten Text auf der Fahrkarte nicht interpretieren konnte sind wir inzwischen bei Kosten von aktuell 214,76 €. Mahnbescheid ausgestellt, Widerspruch eingelegt.

Natürlich ägere ich mich und investiere unnütz Zeit in diesen Vorgang. Ökonomisch gesehen, wäre es besser gewesen, die 60 € zu bezahlen. Aber: Mir geht es darum, die Zumutungen für die Kunden durch vollkommen kundenunfreundliche Praktiken zu beheben. Mir scheint es, dass die Bahn Vertriebs GmbH kein Interesse hat oder auch keine Befugnisse hat Missstände nach oben zu melden. Zum Thema Qualitätsmanagement:  Man soll alle möglichen Feedbacks geben. Wenn nun "das Kind in den Brunnen gefallen ist", dann bleibt man stur und behauptet, es hat alles seine Richtigkeit. Eine so winzige Fahrkarte mit daraus resultierendem Minitext ist nicht notwendig. Der Automat kann jetzt schon größere Formate ausdrucken, warum nicht bei dem gültigen Dokument, nämlich der Fahrkarte.
Der DB in Baden-Baden ist das jedoch egal. Warum ich das behaupte: Es wurde mir nie ein Schlichtungsverfahren vorgeschlagen, obwohl dies möglich ist.
Im Interesse aller Kunden fechte ich diesen Fall nun mit großem Zeitaufwand durch, in der Hoffnung, dass die Bahn in diesem Bereich ihre Qualität verbessert, sprich Sparpreisfahrkarten ausstellt, die der Kunde auch lesen und interpretieren kann. Bisher ist der Text höchstens geeignet eine chiffrierte Botschaft an das Zugpersonal zu senden mit dem versteckten Hinweis: Den können wir nun doppelt abkassieren und auch noch in die Schublade der Schwarzfahrer stecken.

Die Veröffentlichung des Vorganges mache ich in der Hoffnung, dass solch eine Fahrkartengestaltung bald der Vergangenheit angehört. DB intern ist das wohl freiwillig leider nicht möglich.

Dokumente zu dem Vorgang:

- Kopie Fahrkarte (alles was aus dem Fahrkartenautomat kam)
- Fahrpreisnacherhebung 60€
- Erstes Anschreiben an die Deutsche Bahn     28. April 2017
- Von Deutscher Bahn                                          23. Mai 2017
- Von Deutscher Bahn                                           07. Juli 2017
- An Deutsche Bahn                                              12. Juli 2017
- Von Deutscher Bahn                                           07. August 2017

Weitergabe an Inkassounternehmen:
Infoscore      10. Sept. 2017
Infoscore       21. Sept 2017

Weitergabe an Rechtsanwalt
- Schreiben RA           4. Oktober 2017

- Mahnbescheid  über 214,76  €         17. Oktober 2017
- Widerspruch                                        24. Oktober 2017

- Anschreiben an RA                            27. Oktober 2017 

Mal schauen was jetzt passiert........

Stand 20. Feb. 2018: Ich habe bisher nichts mehr gehört, weder von der Bahn, RA, Gericht.

 

Über den weiteren Vorgang werde ich hier berichten.

 

Stand: 20. Februar 2018        Neumaier