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Abgasbetrachtungen E-Auto Verbrenner

Quelle  Zeit 2014:

Die Wissenschaft beantwortet diese Frage differenziert. Sie dämpft die Euphorie der Stromer-Fans, ohne die Skepsis der Gegner zu bestätigen. Dabei ist es sinnvoll, im Vergleich mit dem konventionellen Automobil Aspekte einzeln zu betrachten. In der Summe bilden sie ein Gesamtbild, das aus heutiger Sicht gemischt ausfällt.

Da ist zum Beispiel die lokale Emissionsfreiheit. Elektroautos haben keinen Auspuff und stoßen keine gesundheitsschädlichen Abgase aus. Auch wenn das die Skeptiker gerne kleinreden: An stark befahrenen Straßen in der Stadt ist der rollende Verkehr immer noch der größte Luftverschmutzer. Von den stechend riechenden Stickoxiden, die sich negativ auf die Atemwege auswirken und Krankheiten wie Asthma verursachen, kommen 72 Prozent aus Verbrennungsmotoren, wie das Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU) in Heidelberg analysiert hat. Den größten Anteil daran haben Diesel-Pkw. Im Jahr 2020, wenn viele Selbstzünder die Abgasnorm Euro 6 erfüllen, könnte die Gesamtbelastung zwar um ein Drittel sinken – das Elektroauto aber bietet die Möglichkeit zur radikalen Verbesserung.

CO2 entsteht im Kraftwerk

Auch Kohlendioxid geben Elektroautos nicht an die Umwelt ab. CO2-Emissionen stehen im Verdacht, für den Klimawandel verantwortlich zu sein. Kritiker monieren zu Recht, dass der Antriebsstrom zwar aus der Steckdose kommt, aber vorher produziert werden muss. In dem deutschen Mix der verschiedenen Stromquellen entstehen pro Kilowattstunde 601 Gramm CO2.

Daraus ergibt sich für den Nissan Leaf – das mit etwa 100.000 Exemplaren meistverkaufte E-Auto überhaupt – ein CO2-Wert von 106 Gramm je Kilometer, wenn man für den japanischen Stromer reale Werte des Verbraucherportals Spritmonitor (17,6 Kilowattstunden pro 100 Kilometer) heranzieht. Die Benzinmotoren des Volkswagen Golf ab Baujahr 2013 genehmigen sich demnach auf 100 Kilometer durchschnittlich 7,15 Liter Super. Das entspricht einem CO2-Wert von 169 Gramm pro Kilometer.

Dazu kommen aber die Emissionen, die in der Produktionskette des Kraftstoffs entstehen: bei der Förderung des Erdöls am Bohrturm, beim Transport mit einem Tanker über die Weltmeere, in den Raffinerien und bei der Fahrt im Gefahrgut-Lkw zur Tankstelle. Je nach Berechnungsgrundlage muss man rund 20 Prozent addieren. Der VW Golf liegt dann bei 203 Gramm CO2 pro Kilometer, also fast doppelt so hoch wie der elektrische Konkurrent. Diese Well-to-Wheel-Betrachtung, von der Quelle bis zum Rad, hat sich inzwischen durchgesetzt. 
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Ergebnis des Zeitungsartikels 2014: Auch wenn das E-Auto in Deutschland mit dem Strommix betankt wird ist die gesamte CO2 Bilanz besser und zwar zu einem Faktor 2 zu 1.
Dieses Verhältnis wird immer besser weil die Akkus in der Fertigung effizienter werden und der regenerative Anteil im Strommix stetig zunimmt.
Wird das E-Auto mit Ökostrom betankt. dann wird das CO2 Verhältnis dramatisch besser:

Ein paar seriöse Quellen zur Umwelt und Abgasbilanz Verbrenner - E_Auto
Umweltbundesamt Österreich 2016 PDF          
Kurzergebnis: in einzelnen Abgasarten bis zu 10 zu 1 Vorteile für E_Auto wenn mit Ökostrom gefahren wird und nicht mit dem Netzstrommix.

Bei den restlichen Abgasanteilen, die gerade in Städten sehr wichtig sind, ist das E-Auto hoch überlegen.
 Wie soll ich das ausdrücken: Machen sie vom Auspuff einen Schlauch in den Inneraum, dann sind sie in 5 bis 10 Minuten tod, egal was für eine Plakette an der Windschutzscheibe klebt.   Das E-Auto hat keinen Auspuff.......

Selbst renomierte Wissenschaftler unterlassen es oft den Energieeinsatz zur Erzeugung von Kraftstoffen zu berücksichtigen. Dieser Bereich wird mit Zahlen kaum zuverlässig dokumentiert, die Aussage von Elon Musk (Tesla-Autos)ist jedoch fraglos richtig:



Wikipedia dort unter Produkte sagt:  Der Eigenverbrauch der Raffinerie liegt je nach Weiterverarbeitungsgrad zwischen 5 und 10 % des eingesetzten Rohöls.
Auf jeden Fall kann die Zahl des Energieeinsatzes zur Erzeugung von Diesel/Benzin auf 20% steigen wenn zunehmend
Ölschiefer zur Rohölgewinnung verwendet wird. Unfälle und Umweltbelastungen durch Transport und Förderung - Schwamm drüber.
Wir sind uns einig: Weniger Spritverbrauch schont den wertvollen Rohstoff Öl.

Dazu folgende Stichpunkte:
-    Aufwand an Energie für Förderung, Transport, Raffinerie:   Bei Benzin werden bei der Herstellung in der Raffinerie schon bis zu 25%CO2 frei
     Oder mit Strom gesprochen: Jeder Liter Benzin benötigt in der Raffinerie 1,59 KWh für die Herstellung, Tendenz steigend, z.B. Ölschieferprodukte.
     Somit: Für 8-9 Liter Benzin ist schon so viel Energie verbraucht, dass ein E-Auto ca. 100 km weit damit kommt. Bitte denken sie diese Tatsache mal zu Ende.
     Ergebnis: Ersetzen wir die Benzinautos mit E-Autos dann brauchen wir kaum ein Kraftwerk zusätzlich, denn wir müssen das Benzin ja erst gar nicht mehr herstellen.
     Mit diesem Strom kann dann das E-Auto weit fahren. Die Emissionen der Herstellung und jeweils 8-9 Liter Benzin pro 100 Km blieben uns dann erspart.
    
     Übrigens: Die Erzeugungsenergie zur Herstellung von Treibstoff dürfen die Automobilhersteller bei ihren CO2Berechnungen per Gesetz weglassen.
    
     Ich habe übrigens zu den Verbrauchsdaten von Raffinerien ab dem Jahr 2005 keine exakten Angaben im Internet gefunden.
-> Bitte beachten sie bei ihren Recherchen: Ein Vergleich E-Auto - Verbrenner ist nur fair wenn die Kette der Benzinbereitstellung berücksichtigt wird.
     Wie weit kommt ein Elektroauto mit dem Strom der für 8 Liter Benzin benötigt wird?

    Auch hier Vorsicht: Es können Verfälschungen auftreten: Energiebedarf in KWh kann nicht einfach in Strom umgerechnet werden, denn die Raffinerien
   erzeugen viel Prozesswärme nicht mit Strom, sondern mit Gas und Rohöl, das verbrannt wird. Man kann nicht 100% der Energie einer Raffinerie Diesel und Benzin zuordnen, nur etwa 60 bis 70%.  Auch mit dieser Korrektur sind die Zahlen gewaltig. BP dreht den Spiess rum und sagt sie erzeugen Strom mit 50MW Leistung in ihrer Raffinerie, sie sagen aber nicht für wen. In den Berechnungen sind somit Fehler. BP heisst nicht mehr "British Petrol" sondern "Beyond Oil". Da kann man schon erkennen wie die Experten die Rohölvorräte einschätzen.
Lesen sie trotzdem:
     
Berechnung 1
      Berechnung 2

 

 

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